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Ohne geht es nicht! – Der Social Media-Talk bei „Movie meets Media“

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Am 6. Februar 2015 diskutieren wieder hochrangige Branchenvertreter bei „Movie meets Media“ in Berlin zu einem brandaktuellen Thema, nämlich „Neue Perspektiven der Filmförderung“.

Sie möchten wissen, wie so ein Talk abläuft? Dann empfehlen wir Ihnen das Video unserer letztjährigen Diskussion!

 

Die Runde war hochkarätig: Am 7. Februar diskutierten Casterin Gitta Jauch, die Schauspieler Ralf Möller und Sandra Borgmann, Agent Lutz Schmökel, Regisseur Marco Kreuzpaintner und Produzentin Dr. Alice Brauner über das Thema “Social Media – Fluch oder Segen für die Filmbranche”. Moderiert wurde der Talk von Prof. Dr. Jo Groebel, der von Anfang an versprach: “Wir werden das unterhaltsam machen, denn als Psychologe weiß ich, dass man nur die Dinge behält, die unterhaltsam sind.”

Moderator Prof. Dr. Jo Groebel fragte nach.

Moderator Prof. Dr. Jo Groebel fragte nach.

Tatsächlich wurde im restlos vollen Saal gelacht, geklatscht und mitgefiebert, als die Talkteilnehmer über ihre persönlichen und beruflichen Erfahrungen im Social Media-Bereich sprachen. Während Marco Kreuzpaintner anprangerte, dass man Facebook-Fans auch kaufen könnte, die wenigsten Menschen das aber wüssten, kokettierte Alice Brauner: “Wir haben das auch schon gemacht!”

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von links: Prof. Dr. Jo Groebel, Ralf Moeller, Dr. Alice Brauner, Lutz Schmökel

Auch Jo Groebels These, Fernsehen werde wieder ein Gemeinschaftsmedium, widersprach die Tochter von Produzenten-Legende Arthur Brauner vehement: “Wir schauen gar kein Fernsehen mehr. Meine Familie ist bei Watchever und sieht sich dort wenn’s sein muss eine ganze Staffel ‘Breaking Bad’ am Stück an. Da kann das Fernsehen nicht mithalten. Dort werden gute Produktionen versendet.”

Einig waren sich die Talkteilnehmer in einem Punkt: Ohne Social Media geht es nicht mehr. Auch wenn “Tatort”-Star Sandra Borgmann glaubt, dass gute Arbeit mehr zählt, als Facebook-Likes, musste sie die Allgegenwärtigkeit des Mediums anerkennen. Gitta Jauch war sogar der Meinung: “Social Media ist für zeitgemäßes Casting unverzichtbar.” Auch Hollywood-Star Ralf Möller vermarktet sich seit einem Jahr auf Facebook, und zwar selbst! “Ich habe festgestellt, dass Selfies viel mehr Likes bringen, als wenn ein Fotograf das Bild gemacht hat.”

Eben diese offengelegte Privatsphäre, die die Fans wünschen, sieht Marco Kreuzpaintner jedoch kritisch: “Schlechte Filme haben es leichter erfolgreich zu sein, mit einer großen Facebook-Community. Deren Aufbau hat mit einer gewissen Prominez der Darsteller und der Veräußerung jeder Privatheit zu tun. Das ist wie in der BILD-Zeitung.” Der Erfolgsregisseur und Inhaber der Online-Plattform flimmer.de plädierte: “Die Filmverleiher müssen lernen, Social Media richtig einzusetzen. Facebook-Fans sind die digitale Werbung, das sind gekaufte Kinotickets.”

von links: Gitta Uhlig, Karco Kreuzpaintner, Sandra Borgmann und Jo Groebel

von links: Gitta Uhlig, Karco Kreuzpaintner, Sandra Borgmann und Jo Groebel

Doch auch andere Medien bieten wahre Vermarktungs-Goldgruben, wie Alice Brauner offenbarte: “Was für uns Brad Pitt ist, sind für die jungen Leute die Youtube-Stars wie Simon Desue. Die haben siebenstellige Fanzahlen. Firmen wie Samsung machen Beträge bis 100.000 Euro für einen Post von diesen Leuten locker.”

So stand es zum Schluss eins zu eins für und wider Social Media: Das web 2.0 bietet tolle Vermarktungsmöglichkeiten. Diese müssen jedoch richtig genutzt werden. Schafft man das, vermarktet man allerdings auch minderwertigere Ware erfolgreich an den Kinokassen. Oder wie Marco Kreuzpaintner sagte: “”Du kannst in Deutschland mit einem kommerziellen Film keinen Erfolg mehr haben, wenn du nicht über eine entsprechende Facebook-Community verfügst, die du mobilisieren kannst.”

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